Psychologen sehen bei zivilen Arbeitskräften in der Ukraine erfreuliche Widerstandskraft

Wie widerstandsfähig (=resilient) sind Ukrainer in zivilen Berufen – Management, Bildung, Medizin – trotz ständiger Kriegsnähe? Psychologen befragten 361 Berufstätige in unterschiedlichen Regionen des Landes und diagnostizierten eine überwiegend moderate bis überdurchschnittlich gute Resilienz (average resilience level approximately 69% according to CD-Risc indicators). Olha Morozova, Rüdiger Trimpop und Volodymyr Chernobrovkin berichten die Details im aktuellen Reader zum 24. PASIG Workshop.
Was stützt die Resilienz trotz Unsicherheit, gefahrvoller Herausforderungen und Disruptionen? Die Untersucher beobachten mehrere Faktoren:
- Der/die Einzelne findet Unterstützung im Umfeld und versteht es, sie anzunehmen
- Er/sie sieht und erlebt Sinn (purpose) in der Arbeit und im Widerstand
- Er/sie kann sich möglichst weitgehend auf konkrete Routinen fokussieren
- Er/sie hat die Chance, die eigenen Aufgaben und Ziele möglichst weitgehend zu realisieren
- Er/sie hat eine positive Zukunftsperspektive
Eigene Flexibilität ermöglicht es, sich an wechselnde, u.U. katastrophale Szenarien zu adaptieren. Entsprechend stabilisieren zeitlich und räumlich individuell angepasste Arbeitsarrangements die Resilienz. Die StudienteilnehmerInnen empfinden es als wohltuend, wenn sie eine hilfreiche Führung erleben, eine klare Kommunikation und das Einverständnis mit ihrem Umfeld.

24. Workshop Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit
Mitbestimmen – Wirken – Lernen Krisenkompetenz im Arbeits- und Gesundheitsschutz
Rigotti, Thomas; Trimpop, Rüdiger (Hrsg.)
Pabst, 424 Seiten, Hardcover