Homeoffice: Digitale gemeinsame Mittagspausen für das ganze Team

Homeoffice-Arbeit bietet neben vielen Vorteilen zwei Risiken: Zusätzlich zu beruflich-sozialer Isolation kann die Arbeit zuhause „ausufern“. Beides kann Betroffene – u.U. auch ihre Familien – psychisch stark belasten.

Nils-Levin Sigmund und Christian Härtwig bieten in der unabhängigen Fachzeitschrift „Wirtschaftspsychologie“ Empfehlungen, wie sich in der Teleheimarbeit emotionale Erschöpfung vermeiden lässt.

Um den sozialen Kontakt in Fluss zu halten, empfehlen die Wirtschaftspsychologen möglichst „reichhaltige“ Kommunikationswege – etwa Messenger-Systeme und Videokonferenz-Tools. Soziale Netzwerke oder eMails erwiesen sich in Studien als „weniger reichhaltig“. Ein regelmäßiger direkter persönlicher Austausch ist wertvoll; dabei entscheidet nicht die Häufigkeit, sondern die inhaltliche und emotionale Qualität. Optimal wäre eine fest vereinbarte gemeinsame Mittagspause des Teams.

Während Vorgesetzte möglichst leicht erreichbar sein sollten, benötigen Beschäftigte für sich selbst möglichst konkrete Regelungen, wann sie für Kontakte verfügbar sind – und wann nicht; dies ist wichtig, um eine Entgrenzung der Arbeit zu verhindern und eine Konzentration auf Privates zu ermöglichen. Vorgesetzte können und sollten in ihrer persönlichen Kommunikation und den Arbeitsstrukturen individuell darauf achten, dass die MitarbeiterInnen sich genügend private Freiräume nehmen und die Arbeit auf eine definierte Zeit begrenzen. 

Nils-Levin Sigmund, Christian Härtwig
Zusammenhänge von digitaler IKT-Nutzung, sozialer Unterstützung und emotionaler Erschöpfung in der Teleheimarbeit.

Wirtschaftspsychologie 2022-2
Beiträge zur GWPs-Jahrestagung 2022 in Köln Wirtschaftspsychologie 4.0 – Zukunft mitgestalten
Christian Bosau, Guido Kiell, Aleks Piezykolan (Hrsg.)
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