Indikationsstellung für medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) verbesserungswürdig

Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) kann Kranken die Rückkehr in das Berufsleben ermöglichen und die Rentenkasse entlasten. Doch häufig erhalten Rehabilitanden nicht die für sie spezifisch optimale Behandlung, berichtet die Fachzeitschrift Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation. Betroffene Patienten und Rentenkasse sind die Leidtragenden.
„Im Bereich der herkömmlichen medizinischen Rehabilitation ist die MBOR erfolgreich, insbesondere wenn die im Anforderungsprofil definierten Konzepte in den Kliniken optimal umgesetzt werden und die richtige Gruppe vollständig erreicht wird. Sie entfalten dann auch einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen,“ kommentieren Rüdiger Nübling, Udo Kaiser, Wolfgang Bürger, Jürgen Schmidt und Marco Streibelt. „Ein wichtiger Ansatzpunkt liegt in der Verbesserung der Zuweisungsprozesse , insbesondere nach der systematischen Erfassung von Rehabilitanden mit einem wahrscheinlichen MBOR-Bedarf über standardisierte Screenings zu Beginn der Reha. Hieraus sollte eine stringentere Zuweisung abgeleitet bzw. die MBOR-Angebote in den Einrichtungen ausgeweitet werden. Gleichfalls sollte von Beginn an geprüft werden, welche Leistungen im Rahmen der erwerbsbezogenen Nachsorge den längerfristigen Verbleib im Erwerbsleben fördern können.“
Hannes Banaschak und Kollegen beobachteten den optimalen Reha-Erfolg bei PatientInnen, die ihre Selbstwirksamkeit weiterentwickelten. „Rehabilitationsprogramme sollten dieses Ergebnis in herkömmlichen und in beruflich orientierten Settings aufgreifen, indem die Selbstwirksamkeit gezielt, z.B. auch durch digitale Tools und hybride Angebote sowie arbeitsplatznahe Exposition, erfasst und systematisch gefördert wird.“
DOI: https://doi.org/10.2440/008-0055
R. Nübling, U. Kaiser, J. Schmidt, W. Bürger, M. Streibelt (Hrsg.) Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation – Aktuelle Ansätze und Forschungsergebnisse. In: Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation 3/4 – 2025

Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation 2025-3-4 (131/132)
Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) – Aktuelle Ansätze und Forschungsergebnisse
Rüdiger Nübling, Udo Kaiser, Jürgen Schmidt, Wolfgang Bürger & Marco Streibelt (Hrsg.)