Transparenz ist das übergreifende Merkmal erfolgreicher Selbstdarstellung

Impression Management: „Praktische und theoretisch Gründe sprechen dafür, sich bei seiner Selbstdarstellung im Beruf auf akteurszentrierte Strategien zu stützen,“ d.h. eigene Leistungsvariablen sichtbar zu machen, empfiehlt Dr. Henning Brand im Reader „Selbstverwirklichung im Arbeitsleben“. „Beziehungsorientierte Strategien haben demgegenüber ein höheres Konfliktpotential, reagieren empfindlich auf Reziprozität“ und sind fragil.
„Akteurszentrierte Strategien erleichtern die Kommunikation von selbstbezogenen Zielen und unterstützen die berufliche Selbstverwirklichung im Vergleich zu anderen Strategien der Selbstdarstellung. Sie ermöglichen Impression Management als reziproken Prozess der wechselseitigen Abgleichung von Zielsystemen und Erwartungsstrukturen. Und sie ersparen Konflikte vom Typ des ´Ingratiators Dilemma´.
Auf Beobachterseite, sei es im Einstellungsgespräch oder Arbeitsleben, ermöglichen akteurszentrierte Selbstdarstellungen Zugang zu nachprüfbaren Informationen über Qualifikations- und Motivationsmerkmale, die entsprechend gut mit Anforderungsprofilen abgeglichen werden können. Speziell im Einstellungsinterview, jedoch auch im Arbeitsleben scheint daher eine Sensibilisierung für die Spielarten und Auswirkungen beziehungsorientierter Selbstdarstellung hilfreich: Urteilsverzerrungen, die aufgrund von Sympathie durch wahrgenommene Ähnlichkeit entstehen, werden leicht korrigierbar, sobald sie als solche erkannt werden…
Setzt ein Vorgesetzter Einschüchterung als Selbstdarstellung ein, provoziert dies u.U. Schmeichelei als Gegenreaktion. Vorgesetzte glauben dann fälschlicherweise, dass ihr Verhalten akzeptiert und wertgeschätzt wird. Die Schmeichelei stabilisiert jedoch lediglich ein für die Untergebenen belastendes Verhalten.
Transparenz ist das übergreifende Merkmal erfolgreicher Selbstdarstellung. Impression Management wird seine vielfältigen Funktionen im Arbeitsleben umso besser erfüllen, je weniger Tarnungen auf Seiten der Akteure und Beobachter im Spiel sein müssen,“ rät Henning Brand.

Selbstverwirklichung im Arbeitsleben
Müller, Günter F. (Hrsg.)
Pabst, 320 Seiten