Sicherheitskultur in High Risk-Unternehmen

Die Nuklearkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima sind das Ergebnis autoritärer Entscheidungen unter Entropie und ökonomisch-politischem Druck; das elementare naturwissenschaftlich-technologische Wissen stand zur Verfügung, wurde jedoch konsequent ignoriert. Der Kernenergetiker und Sicherheitsingenieur Dr. Volker Hoensch analysiert die Ereignisse intensiv und konzipiert vor ihrem Hintergrund die Voraussetzungen für eine „Sicherheitskultur in High Risk-Unternehmen“.
Hoensch verfolgt interdisziplinär naturwissenschaftlich- geisteswissenschaftliche Ansätze. Entsprechend anspruchsvoll sind seine Anforderungen an verantwortliche Akteure:
- Fachliche Fundierung in Physik, Technik, Netzwerktheorie, Psychologie
- Vertrauenswürdigkeit und partizipativer Führungsstil stärken Leistungswillen und Gruppenkohäsion
- Ein strukturierter Ordnungsrahmen definiert die Kompetenzzuordnung und bietet gleichzeitig eine Plattform, auf der Inkonsistenzen offen und sanktionsfrei diskutiert werden sollen
- Ein starkes informelles zwischenmenschliches Vertrauensnetzwerk innerhalb der Belegschaft fungiert als ´Sicherheitsnetz´, um Fehlentwicklungen frühzeitig aufzufangen
- Erkennt das System, dass Entropie zunimmt, muss dies als Warnsignal genutzt werden, das die Organisation zwingt, Abläufe anzupassen und robuste Sicherheitsbarrieren zu etablieren
Die eindrucksvollen Berichte aus Tschernobyl und Fukushima zeigen bei allen Anforderungen tiefgreifende Defizite, die das Entstehen einer dynamischen Sicherheitskultur verhinderten. Prof. Dr. Winfried Hacker: „Die Darstellung bietet unerlässliche Denkanregungen für den Umgang mit sicherheitskritischer Technik.“

Entscheidungen unter Entropie
Sicherheitskultur in High Risk-Unternehmen
Hoensch, Volker
Pabst, 258 Seiten, Hardcover