Subjektivierung der Arbeit: Wie sich Gesundheitsrisiken minimieren lassen

Arbeit und Gesundheit: Die aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt können herausfordernd und interessant sein, jedoch gleichzeitig auch risikoreich und gesundheitsgefährdend. In diesem Spannungsfeld agieren Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie. Der neue psychologisch-medizinische Studienband „Arbeit und Gesundheit“ bietet die theoretische und praktische Übersicht: Wie lassen sich Gesundheitsrisiken minimieren?

Die AutorInnen gehen von drei – auch künftig anhaltenden – Trends der Subjektivierung von Arbeit aus:

  • Intensivierung der Tätigkeit, quantitativ oder qualitativ, unter dem Primat der Ertragssteigerung
  • Internalisierung bedeutet individuelle Übernahme von Eigenverantwortung , intrinsischer Motivation, Selbstregulation
  • Individualisierung der Arbeitsstruktur bedeutet unterschiedliche Personalisierung der Arbeitsbedingungen für Einzelne

Den möglichen biopsychosozialen Vorzügen der drei Trends für Einzelne und Gruppen stehen ebenso mögliche gesundheitsrelevante Überforderungen gegenüber: Arbeitsüberlastung, Selbstgefährdung, Unsicherheit, Isolation. In Einzelstudien verdeutlichen die AutorInnen, wie sich günstige Effekte verstärken und Risiken minimieren lassen.

„In diesem Sinn muss arbeitspsychologisches und -medizinisches Handeln heute verstärkt als ethische Instanz sozialer Verantwortung in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen über disziplinäre, betriebliche bzw. organisationale und administrative Grenzen hinweg begriffen und wirksam werden.“